Torsten Matzak

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Auf dem Weg zur Macht – Hillary Clinton

Wer den Namen Hillary Clinton hört verbindet damit eine Ehe, die neben ihrer privaten Komponente eine elementare politische Verbindung zwischen Bill und Hillary Clinton darstellt. Hillary Clinton ist die erste Frau in der Geschichte der USA, die nach ihrer Zeit als First Lady im White House eine eigene politische Karriere startete und Senatorin des Bundesstaates New York wurde. Nun greift sie nach den Sternen der U.S.-Politik und bewirbt sich als Präsidentin der USA.
Gerth und Don Van zeichnen in ihrer Biographie den Weg einer machtbewussten, aber nicht machtversessenen Frau, die wohl nur mit Eleonore Roosevelt vergleichbar politisch im West Wing agierte. Trotz der Anfeindungen konservativer Kreise war sie stets an der Seite ihres Mannes präsent und eine First Lady, die sich nicht nur auf die Repräsentation beschränkte. Man konnte auch nichts anderes von ihr erwarten, war sie doch während der Zeit in Arkansas dort in einer der angsehensten Anwaltskanzleien tätig und hatte diesen Beruf für die Präsidentschaft ihres Mannes aufgegeben. Sie war nicht das Beiwerk von Bill Clinton, sondern sie institutionalisierte das Amt der First Lady.
Bill Clinton war gewillt, ihr eigenen Aufgaben anzuvertrauen. Die Reform des Gesundheitswesens war deshalb 1993/94 ihr Werk und wurde nun während ihrer eigenen Präsidentschaftskandidatur wieder aufgegriffen. Sie mischte sich ein in die politische Debatte und prägte sie. Ihr eigener Weg in die Politik war 2000 nur folgerichtig. Das ihr Mann sie darin unterstützte, hat jedoch nicht bloss etwas damit zu tun, dass er Schuldgefühle ihr gegenüber hatte – immerhin hatte er sie im Oval Office betrogen und angelogen. Die vielfach politische Ehe ist wohl nicht nur eine Zweckgemeinschaft, sondern eine echte Beziehung in der einer den anderen unterstützt. 2000 hatte Bill seine politische Karriere beendet und machte nun das, was Hillary all die Jahre zuvor für ihn getan hatte: den Weg frei auf den Capitol Hill.

Gerth und Don Van zeichnen nicht eine einzige Ruhmesgeschichte der Person Hillary Clinton. Auch wenn man dies annehmen möchte, sprechen sie doch nur von Hillary und Bill. Fehlentscheidungen werden offen angesprochen und auch, dass Hillary Clinton um des Machterhaltes und wohl auch um des Schutzes ihrer Familie Unterlagen nicht vorlegen wollte und Aussagen nicht hätte gemacht. Auch die Persiflage von Hillaryland zeigt eine Frau, die durchaus im eigenen Interesse zu agieren gewillt ist. Hier kommt die machtbewusste Hillary Clinton heraus.
Insgesamt ist ihnen jedoch ein Porträt gelungen, welches ausgewogen ist. Es wird eine moderne Frau porträtiert, die 2008 den Sprung als erste Frau ins Weiße Haus schaffen könnte. In das Oval Office wohlgemerkt, nicht nur in die präsidentiellen Wohnräume.

Jeff Gerth / Natta Don Van Jr.
Hillary Rodham Clinton . Ihr Weg zur Macht
München 2007 (2. Auflage)